Königin Sophie Charlotte        von Preußen

Sophie Charlotte, Welfenprinzessin von Braunschweig-Lüneburg, wird am 30. Oktober 1668 auf Schloss Iburg bei Osnabrück geboren, wo sie ihre Jugend mit drei älteren und drei jüngeren Brüdern verbringt. Sie ist die einzige Tochter von Ernst August, der dem Bistum Osnabrück vorsteht. Ihre Mutter Sophie ist die Tochter von Friedrich V von der Pfalz. Sie wird protestantisch erzogen.

 

Diverse Reisen mit ihrer Mutter nach Frankreich gelten primär dem Interesse einer möglichen Heirat mit dem Dauphin, Sohn des französichen Königs Ludwig XIV. Das aber scheiterte an den dynastischen Plänen ihres Vaters und so wird sie an das brandenburgische Kufürstenhaus vermittelt.

Am 06. November 1684 heiratet sie den Kurprinzen Friedrich von Brandenburg. Die Ehe ist nicht glücklich, wurde sie doch vornehmlich aus politischen Gründen geschlossen. Es gibt wenig Zärtlichkeit und Verbundenheit und so haben beide im alltäglichen und politischen Geschehen wenig Übereinstimmung.

 

Sophie Charlotte bekommt drei Kinder, von denen nur ein Sohn überlebt, der spätere König Wilhelm I, besser bekannt als der Soldatenkönig.

Nach dem Tod des Großen Kurfürsten besteigen Friedrich I und Sophie Charlotte 1688 den Kurfürstlichen Thron, sie wird damit zur Kurfürstin. Die Eheleute gehen nach wie vor eigene Wege.

Sophie Charlotte ist in der brandenburgischen Provinz nicht glücklich. 1695 erhält sie als Schenkung vom Ehemann Gut Lietzenburg, nordwestlich von Berlin, das sie von Arnold Nehring und später vom Baumeister Grünberg zu ihrer Sommerresidenz ausbauen lässt. Fortan wird das Schloss zu ihrem Lebensmittelpunkt, wo sie unabhängig leben kann. Das Schloss wird zum Musenhof: Leibniz, Schlüter und Eosander zählen zu den regelmäßigen Gästen.

Sophie Charlotte wird als sehr gebildet beschrieben, spricht fließend Französisch, Italienisch und Englisch, spielt ausgezeichnet Cembalo, singt und pflegt die italiniesche Oper an ihrem Hof. So lässt sie in Lietzow sogar ein kleiner separates Opernhaus errichten. 

Zeitlebens ist Leibniz ein enger Freund von Sophie Charlottes. Sie führen ausgedehnte philosophische Disputationen. Ihr außerordentlicher Wissensdrang, auch auf abgelegenen Gebieten, veranlasst sie zur Gründung einer wissenschaftlichen Akademie in Berlin. Großes Interesse an der Gartenkultur lassen sie die Gartenanlagen um Lietzenburg nach dem Vorbild der Herrenhäuseranlagen gestalten.

 

Ihr Lebenshöhepunkt findet aber wohl 1701 statt, als sie zur preußischen Königin gekrönt wird. Friedrich III ist souveräner Herzog von den zu der Zeit weitverstreuten Territorien des brandenburgisch-preußischen Staates. Sein Streben nach dem Königstitel ist auf das Herzogtum Preußen fixiert, das außerhalb des Heiligen Römischen Reiches liegt. Innerhalb der Reichsgrenzen ist der Königstitel dem Rex Romanorum, also dem Kaiser, vorbehalten. Hauptstadt des Herzogtums Preußen ist Königsberg.

Am 17. Dezember 1700 bricht Friedrich III daher eilends nach zu seiner Selbstkrönung nach Königsberg auf. Am 18. Januar 1701 setzt sich Friedrich, als nunmehr Friedrich I König in Preußen, die Krone im Königsberger Schloss auf. Im Anschluss krönt er Sophie Charlotte eigenhändig zur Königin von Preußen. Innenpolitisch förderte die Königskrönung die staatliche Einheit des nunmehrigen Königreichs Preußen.

 

Sophie Charlotte stirbt nach einer Reise zu ihrer Mutter nach Hannover am 01. Februar 1705 mit nur 37 Jahren an einer Bronchitis und wird im Berliner Dom beigesetzt. Der König nennt Schloss Lietzenburg zu ihrer Erinnerung in Schloss Charlottenbur um. Heute tragen viele Straßen und Plätze ihren Namen.

© Lions Club Berlin - Sophie Charlotte 2018

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